„Außer der Verkäuferin am Bio-Markt spricht die ganze Woche niemand mit mir.“
Ein Gespräch, das berührt – und zum Nachdenken anregt.
So beschreibt Toni, ein älterer Herr aus Wien, seinen Alltag. Er lebt allein, ist körperlich noch recht fit, erledigt vieles selbst – aber das soziale Leben ist still geworden. Kein seltenes Phänomen: Viele ältere Menschen leben selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden, und trotzdem fehlt etwas ganz Wesentliches – der menschliche Kontakt.
Mobile Pflege als Verbindung zur Welt
Mobile Pflege bedeutet nicht nur Unterstützung im Alltag. Sie ist oft auch das tägliche oder wöchentliche Gespräch, der kurze Austausch über das Wetter, die Kinder, das Leben. Für viele ist dieser Kontakt einer der wenigen menschlichen Berührungspunkte im Alltag – und damit unbezahlbar.
Marcia könnte Toni zum Markt begleiten, falls er nicht zu stolz dafür ist, ihm hin und wieder den Korb abnehmen. Sie schafft es, Menschen gekonnt zum Lachen zu bringen, einem grauen Alltag etwas mehr Farbe zu geben.
Pflegekräfte werden so nicht nur zur helfenden Hand, sondern auch zu vertrauten Begleiter:innen. Sie sehen Veränderungen, hören Sorgen, bringen ein Lächeln mit – und schenken Zeit. Sie bauen Brücken zwischen Generationen und oft auch verschiedenen Kulturen.
Zuhause bleiben – weil es sich richtig anfühlt
Pflegeheime sind für viele Menschen ein guter und sicherer Ort – und für manche genau das Richtige. Aber es gibt auch viele ältere Menschen, die körperlich noch so mobil sind, dass sie mit etwas Unterstützung weiterhin gut allein leben können. Für sie ist es oft besonders wichtig, in der gewohnten Umgebung bleiben zu können – in der eigenen Wohnung, im eigenen Grätzl, mit der vertrauten Aussicht aus dem Fenster.
Den Kindern am Spielplatz ist Toni manchmal ein bisschen unheimlich, wie er da sitzt, in Gedanken vertieft. Sie fragen sich, ob er auch irgendwann schimpfen wird, wie manche andere, weil sie zu laut sind – und ob das nicht vielleicht sogar besser wäre als dieses bedrückende Schweigen. Das war nicht immer so, und so muss es auch nicht bleiben.
Ob er wirklich Geld für so etwas ausgeben sollte, fragt er sich manchmal – wo er doch eh keine besonders hohe Pension hat. Ein bisschen spart er trotzdem. Und falls er die Anzeige in der Regionalzeitung richtig verstanden hat, gibt es für Fälle wie seinen auch finanzielle Unterstützung vom Staat. Vielleicht wäre es angenehmer, noch ein paar Jahrzehnte zu lächeln, als die paarhundert Schilling – nein, Euro – mit ins Grab zu nehmen.
Für wen passt mobile Pflege – und wer ist im Heim vielleicht besser aufgehoben?
Mobile Pflege passt besonders gut für:
- Menschen, die körperlich noch aktiv sind, aber punktuell Unterstützung benötigen (z. B. beim Einkaufen, bei der Körperpflege oder im Haushalt)
- Ältere Menschen, die allein leben und sich nach regelmäßigen, menschlichen Kontakten sehnen
- Personen, die großen Wert auf Selbstbestimmung legen und ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen möchten
- Menschen, die ihre Tagesstruktur weitgehend selbst gestalten können, aber sich ein sicheres Auffangnetz wünschen
Ein Pflegeheim kann die richtige Wahl sein für:
- Menschen mit stark erhöhtem Pflegebedarf, die rund um die Uhr Betreuung benötigen
- Personen mit Demenz oder anderen Erkrankungen, die intensive medizinische oder psychosoziale Betreuung brauchen
- Ältere Menschen, die nicht mehr allein leben möchten oder können – etwa weil sie sich in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlen
- Alle, die Gemeinschaft und Aktivitäten vor Ort schätzen und aktiv am Heimleben teilnehmen möchten
Mobile Pflege ist mehr als Hilfe – sie ist auch Verbindung. Sie hält den Alltag lebendig, macht Einsamkeit ein Stück kleiner und zeigt: Es geht nicht nur ums Pflegen, sondern auch ums Dasein.

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